Wie ein entspannter Spaziergang kam mir das aber nicht vor...
Wie versprochen folgen jetzt vermutlich die Highlights während meiner Zeit in
Tansania!
Die Rucksäcke sind mit dem Nötigsten für die nächsten Tage, Proviant und einer
ziemlich großen Portion Vorfreude gepackt.
Während wir im Stau standen, wurden wir schon von so vielen Männern belagert,
die uns Kopfkissen, Süßes, Uhren und vieles mehr verkaufen wollten.
In Ubungo (dem größten und unübersichtlichsten Busbahnhof überhaupt), der für
mich am unattraktivsten erscheinende Ort in Tansania, angekommen, brachte uns
eine nette Frau direkt zum richtigen Bus, löste unsere Tickets und setzte uns
quasi auf unsere Plätze.
In oftmals halsbrecherischem Tempo machten wir uns auf den Weg ins
Landesinnere. Nach einer Zeit erholsamen Schlaf, trotz unzähliger Ruckler,
wachte ich auf und die Landschaft um mich herum war einfach komplett grün.
Ziegen waren am Straßenrand angebunden, die Häuser sind aus Stein & Lehm
gebaut und es kam mir alles so sauber vor. allerdings nur bis zu dem Augenblick
als ich Männer den Müll aufsammeln und auf große Haufen schichten sah, die
wiederum irgendwann angezündet werden. Als wir uns Morogoro immer weiter
näherten, standen nun oft am Wegrand so 20-30 Eimer voller Mangos, Orangen,
Zwiebeln usw.
Nach 4 Stunden Fahrt voller Staunen, Einatmen frischer, sauberer Luft und der
Begeisterung über die grüne Landschaft und darüber wie sich die Sonne durch die
Wolken schiebt, kamen wir in Morogoro an.
Unserer Hotel war für unsere Verhältnisse sogar echt nobel: Bett, Bad, Fernseher, Balkon inklusive Frühstück für 7,50 €. Unsere kleine Erkundungstour durch Morogoro beendeten wir wieder, als wir in der näheren Umgebung kein Restaurant gefunden haben und sind dann direkt bei uns im Hotel Essen gegangen. Dann hieß es für uns früh ins Bett zu gehen, weil wir am nächsten Tag für unsere Wanderung früh raus mussten.
Ein völliger Kontrast erwartet uns, als wir Ramon (unseren Guide) und seine Cousine in Sneaker und Flip-Flops antreffen, während wir in unseren Lauf- oder Wanderschuhen antreten. Schon nach den ersten 500 Metern traten uns Schweißperlen auf die Stirn und dabei herrschte ein für Afrika angenehmes Klima. Nichts desto trotz war der Anblick der Uluguru Mountains und der Landschaft drum herum atemberaubend. Die Menschen in den kleinen Hütten, an denen wir vorbei kamen, waren unheimlich freundlich. Der Anstieg wurde immer steiler und auch anstrengender, die Landschaft immer schöner: Wir sahen unheimliche Weiten, Höhen und Tiefen und Bananenstauden rechts und links säumten unseren Weg; außerdem hörten wir schon die ersten Wasserfälle aus der Ferne toben und brausen.
Die Landschaft kann ich nur schwer in Worte fassen und auch Bilder
können nicht ausdrücken, wie klein man sich umgeben von riesigen Bergwänden
vorkommt und in der Mitte dessen auf großen, schwarzen Steinen sitzt, wenn
neben einem der Wasserfall in seine Tiefen fließt.
Nach 1 ½ Stunden Anstieg ohne Pause durften wir uns endlich auf den ersten
Wasserfall freuen, auch wenn Baden nicht möglich war bei dem Wetter. Durch die
Regenperiode war die lehmig-rote Erde total rutschig und nicht nur einmal
landete ich im Dreck, während wir uns Schritt für Schritt an den Fuß des
Wasserfalls begaben.
Nachdem wir den ersten Wasserfall gesehen hatten, wollten wir natürlich auch
den zweiten sehen, was sich als nicht gerade leicht heraus stellte, weil sich
unser Weg von nun an durch die Wildnis, Gestrüpp, ausgerissene Wurzeln und lose
Dreckhaufen bahnte.
Den Wasserfall konnte ich schon hören und als ich sah wie weit der rettende,
spitze Stein von der Seite entfernt war, an der ich dann stand, befürchtete ich
schon das Schlimmste. Ich hatte den spitzen Stein gerade so erreicht und bemerkte im selben Moment
wie mein Fuß langsam abrutschte und ich im Wasser landete. Also musste ich von
nun an mit nassen Socken und Schuhen weiter wandern. Bei unserer weiteren
Kletterei bin ich nicht nur einmal abgerutscht, wenn die Erde unter mir weg
bröckelte oder der Weg nur noch 10-20 cm breit war und eine Steigung von
bestimmt 80% hatte, bei der der „Weg“ aus Sträuchern, Wurzeln u.v.m. bestand.
Ich fühlte mich ehrlich gesagt wie ein Maulwurf, weil ich mich in jeden Brocken
Erde krallte, um dort hoch zu kommen und hatte wirklich zu kämpfen, vor allem
auch wegen meinen Knien. Die Cousine von Ramon ist diesen Weg, den man bei uns
in dieser Form niemals finden würde, in Flip-Flops und ohne Probleme
hochgeklettert. Aber ich bin wirklich stolz und total fertig gewesen, als ich
dann oben ankam.
In Morogoro werden seit der deutschen Kolonialzeit Erdbeeren angebaut und bei
unserem Aufstieg konnten wir die riesigen Flächen davon sehen. Im Haus von
Ramon angelangt, durften wir erst einmal selbst angebaute Bananen essen.
Eigentlich wollten wir noch weiter nach oben, um die Gebäude der Kolonialzeit anzuschauen, aber nach diesen Strapazen war davon keiner mehr von uns in der Lage und wir mussten natürlich auch noch an den Abstieg denken;)
Eigentlich wollten wir noch weiter nach oben, um die Gebäude der Kolonialzeit anzuschauen, aber nach diesen Strapazen war davon keiner mehr von uns in der Lage und wir mussten natürlich auch noch an den Abstieg denken;)
Am nächsten Tag fuhren wir wieder nach Hause und unser Busfahrer brachte uns
nur wegen seiner verrückten Fahrweise, indem er 3 LKW am Stück überholte, so
schnell ans Ziel.
Im nächsten Blogeintrag erfahrt ihr von meinem letzten Schultag und ich hoffe
ich komme überhaupt hinterher mit Schreiben bei den vielen Dingen, die ich
gerade erst erlebt habe.
Bis bald ♥


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen