Montag, 21. September 2015

Arbeiten und Urlaub in einem, so machen wir das hier!

Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich wieder, weil ich zurzeit nichts zu tun habe, da meine Schule 1 Woche Ferien hat.
Wie versprochen heute ein paar Eindrücke meiner Unterkunft und meiner derzeitigen Gefühlslage.
Als ich vor einer Woche hier nachts ankam, konnte ich nicht viel vom Student House erkennen. Zu erkennen waren:  1 Zimmer mit 2 Stockbetten, ich suchte mir eines aus, Hauptsache schlafen waren meine Gedanken. Als ich am nächsten Tag dann aufwachte, machte ich meinen ersten Rundgang durch’s Haus und versuchte alles zu inspizieren und zu erkunden. 

Ich räumte einige Sachen aus meinem Koffer, bis gestern aber blieben alle Klamotten im Koffer.
Also schaute ich mir am nächsten Tag die beiden anderen Zimmer an. Das eine ist gleich ausgestattet wie meines, das andere hat anstatt den Stockbetten ein Doppelbett. Überall sind Moskitonetze angebracht, also brauche ich meines nur wenn wir auf Safari gehen, auch wenn diese schon teilweise löchrig sind, aber das reicht doch noch.
Der nächste Schockmoment war dann das Badezimmer. Ich wusste, dass es gerade kein Wasser gibt, aber vorstellen wie das dann mit der Kübeldusche funktionieren sollte, wusste ich dann doch nicht. 
Das Duschen ist aber wirklich noch angenehmer, als der Toilettengang ohne Spülung.
Es liegt leider immer ein ziemlich unangenehmer Geruch in der Luft im Badezimmer..
Ansonsten haben wir eine kleine Küche mit Kühlschrank, leider nicht genügend Teller und Besteck wenn das Haus voll ist, aber wir teilen dann eben brüderlich, oder eben schwesterlich ;) 
Vor dem Haus ist ein großer Hof und hinter dem Haus befinden sich unsere Regentonnen, um genügend Wasser zu haben. 

Vorgestern habe ich meinen ersten Geburtstag nicht zu Hause verbracht und es war anfangs einfach richtig schwer, aber nicht nur wegen des Geburtstags, sondern weil mir Dar einfach auch zu groß, zu voll, zu hektisch, zu laut und unruhig ist. Mir wäre etwas Ländlicheres von Anfang an lieber gewesen. Vielleicht geht dieser Wunsch aber in ein paar Wochen noch in Erfüllung. So lange muss ich mich in Dar eben durchschlagen. Trotzdem wurde mein Geburtstag am Ende dann noch sehr schön und lustig. 
Gestern Nacht sind die drei schwäbischen Mädels nachts noch alleine auf dem Heimweg gewesen und uns war ziemlich mulmig zumute, so ohne Straßenlaternen und mit ziemlich wenig Suaheli auf den Lippen. 
Zu dritt ging es dann auch, aber wir haben schon beschlossen, dass wir alleine auf keinen Fall nachts unterwegs sein wollen.
Heute Morgen sind die anderen beiden aber leider schon weitergezogen, aber vielleicht sehen wir uns ganz bald wieder Hoffentlich!

Gestern waren wir auf einer Insel, sind zu dritt um die Insel gewandert und lagen für eine ganze Weile im Schatten und haben trotzdem Sonnenbrand bekommen 
Das Wasser war türkisblau und der Sand weiß, wir lagen unter Pinienbäumen im kühlen Wind, so dass es genau angenehm war. Mir war im Wasser sogar etwas kalt :D

Freitag, 18. September 2015

Karibu sana!

Jambo!
An alle Abenteuer Leser, 

heute versuchen wir das erste Mal unser Glück und ich versuche ein paar kurze Eindrücke zu schildern. Vermutlich gelingt das am besten über Bilder und kurze Worte dazu, ich weiß aber nicht ob die Internetverbindung da mitmacht.  Nach einem langen Flug und fast 24 Stunden auf den Beinen, bin ich dann in Dar Es Salaam am Flughafen angekommen. Als ich meine Kontaktperson nach einiger Zeit des Suchens und völliger Verwirrung aufgrund des Visums gefunden hatte, ging es los. Es war stockdunkel um halb zehn abends und ich konnte gar nicht so schnell nach rechts und links schauen, wie ich gern wollte. Ich wurde dann mit meinen 2 Koffern und meinem Rucksack mit einem Bajaji, man stellt es sich am besten als Roller mit Kabine vor (Wenn es sein muss bietet es für 6 Leute Platz, hat aber auch drei Räder). Solange noch alles geteert war, hatte ich auch kein Problem damit, weil man sich damit wirklich so leicht jeden Stau sparen kann, aber als die nicht mehr asphaltierte Straße plötzlich begann, war es eine Rüttelpartie sondergleichen. Von hinten und von rechts klopften jeweils 23 kg schwere Koffer gegen meinen Kopf und ich hatte mit jedem Mal die Befürchtung, das komplette Gefährt verliert sein Gleichgewicht und kippt um.
Das rote also ist ein Bajaji und im Hintergrund sieht man ein Daladala. Nachdem ich diese Fahrt dann aber überlebt habe, lernte ich diese Vehikel zu schätzen, denn nichts ist anstrengender als eine stehende Fahrt im vollgestopften Daladala. Die nächsten zwei Tage waren dem orientieren in Dar es Salaam gewidmet, was zum einen den Verkehr, die Währung oder einfach die Mentalität beinhaltet. Wir waren am Strand und auf dem Markt in Mwenge, welcher um einiges angenehmer ist, als der größte Markt (Kariakoo) in Tansania. diesen stellt man sich so vor. Kleine ziemlich heruntergekommene Lädchen aneinander gereiht, davor weitere Stände, davor Teppiche mit Bergen von Schuhen, Klamotten oder Technik. Dazwischen brummen laute Kompressoren, sodass man das Gefühl hat von einer warmen Dunstwolke geradewegs in die nächste überzugehen. Schon alleine der Weg dorthin war von Stau geprägt, welchen Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzen, um dir mitten auf der Straße durch das offene Fenster eines Daladalas beispielsweise Nüsse, Süßes, Wasser oder Früchte anzubieten und zu verkaufen. Seit Donnerstag war ich nun zum ersten Mal in der Zuna School, die einen Kindergarten und eine Grundschule zusammenfasst. Nachdem ich mich beim headmaster vorgestellt hatte, durfte ich die Top Class besuchen, die mich gleich in ihre Rechenübungen einbezogen hatten. Jeder wollte einfach, dass ich schaue, ob alles richtig ist, oder wie das funktionieren mag. Von nun an bin ich also gemeint, wenn es heißt: „Hey, teacher“. 
 Es gibt um circa zehn Uhr immer ein Frühstück mit Brot und einer-ich-weiß-noch-nicht-wie-ich-es-definieren-soll-Masse, die die Kinder für ihr Leben gern trinken, mir aber nicht wirklich schmeckt. Es schmeckt sehr nach Getreide und sieht nach Haferschleim aus. Danach gibt es eine Einheit „Bildungsfernsehen“, die aber eher darin bestand mich als Frisierkopf, Hüpfburg und Kopfkissen gleichzeitig zu benutzen. Danach war der Unterricht für heute auch beendet und der morgige Ausflug wurde erläutert. Ja, richtig gehört, heute war ich im Wasserpark, als Abschluss der Schule, bevor eine Woche Ferien beginnen ;) Hiervon genügen dann aber einige Eindrücke der Bilder und mein nächster Eintrag wird sich mit meiner Unterkunft befassen. 

Ich grüße euch ganz herzlich, danke dass ihr so treu alles mit verfolgt, auch wenn ich wegen meines begrenzten Internetzugangs nur selten etwas schreibe.

Asante sana!