Der letzte Schultag
Ich machte mich mit vielen kleinen Geschenken, Plänen und so ziemlich gespaltenen Gefühlen auf den Weg in die Schule.
Nachdem wir unsere üblichen Lieder gesungen haben, ging es zur Fernsehstunde.
Passte leider nicht ganz in meinen Plan, weil ich echt noch so einiges
vorbereitet hatte.
Naja, also wurde dieses Mal auf einem kleinen Laptop und kleinen Boxen König
der Löwen geschaut; in Afrika genannt „Simba“ (auf Kisuaheli „Löwe“).
Nach unserer Tee-Zeit ging es dann aber doch ins Klassenzimmer und irgendwie
wirkten alle Lehrer so beschäftigt und die Kinder wurden mal wieder sich selbst
überlassen.
Deshalb habe ich nach einiger Zeit des Nichtstuns beschlossen, den Kindern
Memory zu erklären. Sie hatten riesig Spaß dabei, obwohl sie sich die Paare nie
richtig gut merken konnten. Das liegt meiner Meinung nach allerdings daran,
dass die Kinder sich sonst nie viel merken mussten und dieser Teil des Denkens
nie gefordert und gefördert wurde. Vor ein paar Wochen habe ich ihnen nämlich
auch schon ein Tier-Uno erklärt, was auch zuerst noch so einige Hürden mit sich
brachte, weil sie einfach Gesellschaftsspiele dieser Art nicht kennen und somit
ihre Karten falsch herum hielten, sie den anderen zeigen oder einfach oft nicht
verstanden haben, warum man blau nicht auf gelb legen kann;)
| Uno Uno mit den Kindern |
Das nächste Spiel sollte dazu dienen, sie auf ihre Graduation (den Abschluss der Nursery School) vorzubereiten; mit dem Abschluss dürfen sie dann in die Primary School (Grundschule). Da ich mir ein Spiel mit Luftballons überlegt hatte, endete am Ende alles in einer großen Luftballon Schlacht mit Heulerei.
Die Zeit verging an diesem Tag wie im Flug: Ich habe meine ganzen Geschenke an die Kinder und die Lehrerin, die sie dann für alle aufbewahren sollte, verteilt und erlebte für mich persönlich eine ziemliche Enttäuschung. Meiner Meinung nach habe ich den Kindern nicht gerade wenig mitgebracht, außerdem jedem etwas eigenes kleines, damit sie eine Erinnerung haben, dann natürlich noch Dinge für die ganze Klasse bzw. Schule wie Bleistifte, Radiergummis etc. und habe ihnen extra Spiele geschenkt und ein Lied beigebracht, dass sie an die Zeit mit mir zurück denken können.
Trotzdem fragte die Lehrerin meiner Klasse, warum ich für sie nicht auch dies oder jenes noch mitgebracht habe, was speziell für die Kinder war - dachte auch nicht, dass eine Lehrerin so auf einen Vierfarbenstift abfahren könnte.
| Zeit für Geschenke |
Umso schöner war im Nachhinein der Kontrast, als ich auf dem Weg nach Arusha Kinder einem alten Fahrradreifen hinterher rennen sehen habe, die diesen angeschubst haben und bei solch banalem „Spielzeug“ die größte Freude ausgestrahlt haben.
Zurück in die Schule:
Für alle Kinder der Schule habe ich noch Luftballons mitgebracht, die ich
gemeinsam mit der Lehrerin meiner Klasse aufgeblasen habe und Namen darauf
geschrieben. | Luftballon - Party |
Am Ende bekam ich inmitten dem Gewusel noch ein Zertifikat in die Hand gedrückt und die Hälfte der Kinder war wieder am Weinen weil auf wundersame Weise die meisten Luftballons schon kaputt gegangen sind. Hier möchte ich mich noch bei allen Firmen ganz herzlich bedanken, die mir Malbücher, Luftballons, Stifte u.v.m. zur Verfügung gestellt haben und allen privaten Spendern.
Das war dann also mein erlebnisreicher letzter Schultag. Vor zwei Tagen war ich die Kinder nochmal besuchen, weil sie ständig nach mir fragten. Sie haben sich riesig gefreut mich zu sehen und wollten unbedingt wieder UNO mit mir spielen oder Memory. Leider wurden die Spiele seither nicht wieder genutzt. Vielleicht kann irgendein Volunteer sie ja nochmal dazu bringen, diese auszupacken J
Fühlt euch gedrückt! ♥
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