Sonntag, 29. November 2015

Der letzte Schultag

Der letzte Schultag

Ich machte mich mit vielen kleinen Geschenken, Plänen und so ziemlich gespaltenen Gefühlen auf den Weg in die Schule.
Nachdem wir unsere üblichen Lieder gesungen haben, ging es zur Fernsehstunde. Passte leider nicht ganz in meinen Plan, weil ich echt noch so einiges vorbereitet hatte.
Naja, also wurde dieses Mal auf einem kleinen Laptop und kleinen Boxen König der Löwen geschaut; in Afrika genannt „Simba“ (auf Kisuaheli „Löwe“).
Nach unserer Tee-Zeit ging es dann aber doch ins Klassenzimmer und irgendwie wirkten alle Lehrer so beschäftigt und die Kinder wurden mal wieder sich selbst überlassen.
Deshalb habe ich nach einiger Zeit des Nichtstuns beschlossen, den Kindern Memory zu erklären. Sie hatten riesig Spaß dabei, obwohl sie sich die Paare nie richtig gut merken konnten. Das liegt meiner Meinung nach allerdings daran, dass die Kinder sich sonst nie viel merken mussten und dieser Teil des Denkens nie gefordert und gefördert wurde. Vor ein paar Wochen habe ich ihnen nämlich auch schon ein Tier-Uno erklärt, was auch zuerst noch so einige Hürden mit sich brachte, weil sie einfach Gesellschaftsspiele dieser Art nicht kennen und somit ihre Karten falsch herum hielten, sie den anderen zeigen oder einfach oft nicht verstanden haben, warum man blau nicht auf gelb legen kann;)
Uno Uno mit den Kindern
Trotzdem waren sie von den Spielen immer so begeistert, weil sie sonst nie die Chance bekommen Spiele zu spielen.
Das nächste Spiel sollte dazu dienen, sie auf ihre Graduation (den Abschluss der Nursery School) vorzubereiten; mit dem Abschluss dürfen sie dann in die Primary School (Grundschule).  Da ich mir ein Spiel mit Luftballons überlegt hatte, endete am Ende alles in einer großen Luftballon Schlacht mit Heulerei.
Die Zeit verging an diesem Tag wie im Flug: Ich habe meine ganzen Geschenke an die Kinder und die Lehrerin, die sie dann für alle aufbewahren sollte, verteilt und erlebte für mich persönlich eine ziemliche Enttäuschung. Meiner Meinung nach habe ich den Kindern nicht gerade wenig mitgebracht, außerdem jedem etwas eigenes kleines, damit sie eine Erinnerung haben, dann natürlich noch Dinge für die ganze Klasse bzw. Schule wie Bleistifte, Radiergummis etc. und habe ihnen extra Spiele geschenkt und ein Lied beigebracht, dass sie an die Zeit mit mir zurück denken können.
Trotzdem fragte die Lehrerin meiner Klasse, warum ich für sie nicht auch dies oder jenes noch mitgebracht habe, was speziell für die Kinder war - dachte auch nicht, dass eine Lehrerin so auf einen Vierfarbenstift abfahren könnte. 
Zeit für Geschenke
Hier wurde mir wieder einmal bestätigt, dass  selbst Kinder in Afrika nicht genug bekommen können, wenn sie schon ziemlich viel besitzen, so wie es an meiner Privatschule der Fall war. Ich habe nämlich auch ganz andere Erfahrungen von Volunteers mitgeteilt bekommen, die von strahlenden Kinderaugen über einen einzigen Bleistift berichtet haben.
Umso schöner war im Nachhinein der Kontrast, als ich auf dem Weg nach Arusha Kinder einem alten Fahrradreifen hinterher rennen sehen habe, die diesen angeschubst haben und bei solch banalem „Spielzeug“ die größte Freude ausgestrahlt haben. 


Zurück in die Schule:
Für alle Kinder der Schule habe ich noch Luftballons mitgebracht, die ich gemeinsam mit der Lehrerin meiner Klasse aufgeblasen habe und Namen darauf geschrieben. 
Luftballon - Party
Ich habe ihr hundertmal versucht zu erklären, dass es mir wichtig ist, die Luftballons erst nach einigen Fotos mit jeder Klasse und einem Gruppenbild, zu verteilen. Auch wenn ich immer das Gefühl hatte, dass sie mich verstanden hatte, hat sie es sich leider nicht zu Herzen genommen und deshalb gibt es von mir nun leider nur verschwommene Bilder, bei denen jedes Kind irgendwie dem Luftballon hinterher hüpft oder ich oder die Kinder Luftballons vor den Gesichtern haben.
Am Ende bekam ich inmitten dem Gewusel noch ein Zertifikat in die Hand gedrückt und die Hälfte der Kinder war wieder am Weinen weil auf wundersame Weise die meisten Luftballons schon kaputt gegangen sind. Hier möchte ich mich noch bei allen Firmen ganz herzlich bedanken, die mir Malbücher, Luftballons, Stifte u.v.m. zur Verfügung gestellt haben und allen privaten Spendern.
Das war dann also mein erlebnisreicher letzter Schultag. Vor zwei Tagen war ich die Kinder nochmal besuchen, weil sie ständig nach mir fragten. Sie haben sich riesig gefreut mich zu sehen und wollten unbedingt wieder UNO mit mir spielen oder Memory. Leider wurden die Spiele seither nicht wieder genutzt. Vielleicht kann irgendein Volunteer sie ja nochmal dazu bringen, diese auszupacken J

Morgen geht es los nach Sansibar und danach folgt wieder mal ein ziemlich langer Bericht über meine Safari und meine Reise drum herum und natürlich viele Bilder von der Safari und von Sansibar.
Fühlt euch gedrückt! ♥

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen