Das
Reisen allein und seine Tücken
Die Reise beginnt, nachts um 4 Uhr
klingelt der Wecker und es wird ernst. Habe ich alles eingepackt? Ich bin jetzt
so circa 2 Wochen unterwegs und komme zwischendurch nicht wieder zurück.
Da zurzeit eine Art kleine Regenzeit herrscht und der Regen nur so runter
prasselte, steckte der eine Bajaji Fahrer im Schlamm fest.
Der andere stand aber schon wartend vor unserem Tor, dabei sollten wir zwingend
zusammen los fahren. Da wir dies dem Bajaji Fahrer aber nicht erklären konnten,
preschte er nur so los und es war wirklich die halsbrecherischste Fahrt aller
Zeiten. In Ubungo (dem größten und unübersichtlichsten Busbahnhof überhaupt),
der für mich am unattraktivsten erscheinende Ort in Tansania, angekommen,
bedrängte uns auch gleich ein Touristen-Schlepper und wollte uns in einen
besonders teuren Bus lotsen. Bis wir dem verklickern konnten, dass wir auch
nach der hundertsten Lüge von bereits vollen Bussen über wir seien zu spät und
was wir uns noch alles anhören mussten, nicht mit ihm mitkommen und er unser
Gepäck stehen lassen soll, dauerte es eine ganze Weile. Die anderen kamen auch
endlich an und so konnten wir uns durch Gewusel und Gedränge bis zum Bus
durchschlängeln. Den Survivalrucksack vor den Sitz zwischen die Beine gestopft
und somit ging es ohne Beinfreiheit los auf eine 12 Stunden Fahrt nach Arusha. Auf
der Fahrt war ich so geplättet wie stark sich die Landschaft innerhalb eines
Landes von saftig grün, über dürr und kahl bis hin zu Regen oder kompletter
Dürre, verändern kann. Die Farbe der Erde wechselte mit jedem Kilometer, den
wir gefahren sind von tief dunkelbraun bis zu lehmig rot.
Ankunft in Arusha
Arusha Busbahnhof: Es wurden natürlich etliche
Mitfahrgelegenheiten & Safariangebote gemacht, die wir aber höflich
ablehnen konnten und die Menschen in Arusha waren schon direkt freundlicher,
als die in Dar es Salaam. Unser Hotel war nichts Besonderes, aber für uns
völlig ausreichend, mittlerweile haben wir nicht mehr wirklich hohe Ansprüche:
ein Bett mit Moskitonetz zählt schon zum Luxus;)

Danach ging es los, Arusha mit unserem Guide bei Nacht zu erkunden. Arusha ist
ein sehr gefährliches Pflaster und wir wurden nicht nur einmal gewarnt, bei
Nacht nicht alleine raus zu gehen und unsere Wertsachen am besten im Hotel zu
lassen. Es ist unglaublich, wie viele bettelnde Männer und Kinder in den
Straßen unterwegs sind, die meistens Messer dabei haben, um Bauchtaschen usw.
aufzuschlitzen, weshalb wir immer eine Hand darauf halten sollen. Die meisten
Sehenswürdigkeiten, die wir angeschaut haben, stammen noch aus der deutschen
bzw. englischen Kolonialzeit und waren wirklich schön, wohin gegen Arusha mir
an sich gar nicht gefallen hat. Arusha ist noch dreckiger, lauter verwirrender
als Dar es Salaam. Auch nach mehreren Tagen hätte ich nicht sagen können, ob
wir aus dieser oder jener Richtung kamen, geschweige denn in welche wir gehen
müssten.
Tarangire
Nationalpark - Safari Tag 1
Schon
auf der Fahrt zum Nationalpark konnte man zum einen unzählige Hoods oder
Manyattas der Maasai sehen, da hier im Norden eben die Heimat der Maasai ist,
zum anderen Esel, die Wasserkanister und vieles mehr zu schleppen hatten,
Kinder die Ziegen und Kühe hüten und viel viel Landschaft soweit das Auge
reicht.
Bei
unserem Camp angelangt setzten wir unseren Koch ab, der in der Zeit unsere
Zelte aufbauen wird, während wir uns weiter in Richtung Nationalpark begaben.
Was zuerst wie ein riesengroßer Erdhaufen aussah, stellte sich wie viele kleine
wuselnde Erdmännchen heraus; unser Guide kannte alle Routen, die für mich
wirklich alle gleich aussahen und immer wieder sahen wir andere Tiere. Die
Landschaft hier ist ziemlich trocken und eben, auch sehr wenig grün, eher
niederes gelbes Gras, in dem sich die unterschiedlichsten Tiere im Schatten vor
der Mittagssonne ausruhten.
Die
Liste unserer Tiere begann mit Impalas und Wasserbüffeln und bestimmt 500
Elefanten, die teilweise so nah an unser Safariauto heran kamen, dass die
besten Bilder entstehen konnten und wir wirklich kein Fernglas nötig hatten. In
dem Moment kam ich mir dann auch um einiges kleiner und zerbrechlicher vor,
wenn so ein riesen Koloss plötzlich vor einem den Weg kreuzt oder fast den
Rüssel in das offene Fenster streckt.
Zebras
und Gnus traten fast immer in Begleitung voneinander auf; Warzenschweine à la
Pumba aus König der Löwen habe ich mir aber ja soo viel größer vorgestellt, und
irgendwie auch viel süßer und irgendwie mit weniger großen Warzen, Disney hat
die Sicht auf die Dinge eben doch vorbestimmt.
Natürlich
begaben wir uns auch auf die Suche nach Löwen, aus ganz weiter Entfernung haben
wir sie im Schatten liegend mit dem Fernglas sehen können, wohingegen unser
Guide sie schon von einigen Metern Entfernung mit dem bloßen Auge erkennen
konnte. Ich wollte von Anfang an unbedingt einen Leoparden sehen und auch nach Giraffen
haben wir fieberhaft Ausschau gehalten, hatten bis dahin aber kein Glück, dafür
konnten wir aber einen Gepard „Cheetah“ im Schatten liegen sehen, was auch eine
Seltenheit ist.
Am Straßenrand konnte man immer Perlhühner in Grüppchen sitzen
sehen und viele schillernde Vögel vorbei fliegen sehen. Büffel, Strauße, eine
Schildkröte und am Ende haben wir auch noch die ersehnten Giraffen gesehen. Natürlich
auch verschiedene Affen-Arten, die beim Lunch in die Safari Autos springen und
die Vorräte klauen. Beim Lunch hatten wir einen super Ausblick auf den
Tarangire River, um den die Landschaft herum dann schon grüner war. Im
Camp angekommen, war es bereits stockdunkel; unsere Zelte waren aufgebaut, aber
ohne Taschenlampe war es trotzdem etwas schwierig, alles zu finden. Die Camp-Duschen
waren nicht wirklich einladen, dafür das Abendessen, das unser Koch gezaubert
hatte, umso mehr: Butternut-Suppe, Fisch, Kartoffeln, Gemüse, Salat mit Avocado
und Ananas und Mango zum Nachtisch. Da wir uns zur Zeit der kleinen Regenzeit
auf Safari befinden, hat der Regen auch nicht lange auf sich warten lassen und
auch das Gewitter war echt nahe, aber bei Gewitter im Zelt schläft sich’s umso
besser finde ich.
Lake
Manyara - Safari Tag 2
Das Frühstück um 7 Uhr hat sich genauso
wie das Abendessen gestern sehen lassen können. Der Park lag nicht weit
entfernt von unserer neuen Lodge und schon auf dem Weg in den Park haben wir
Frauen gesehen, die Recherche betrieben haben über die vielen Affenarten, die
hier einfach auf der Hauptstraßen laufen und von einer Seite zur anderen rennen
und sich von Baum zu Baum hangeln.
Die Vegetation von gestern zu heute, zeigte
eine wirklich große Veränderung: Keine kahle, karge Savanne, sondern dichter,
grüner Dschungel, der von den verschiedensten Affenarten (Paviane, grüne
Meerkatze u.v.m.) bevölkert ist. Man konnte sehen, wie die Mamas ihre Babys um
den Bauch schlingen und dann genauso schnell wie zuvor mit ihnen davon rennen
konnten. Der Lake Manyara National Park ist zudem für seine unterirdischen
Quellen bekannt, weshalb wir rechts und links von der Straße einfach Wasser
fließen sehen konnte, das quasi aus dem Nirgendwo kam.
Heute sehen Sie:
Warzenschweine, Zebras mit vielen Neugeboren, Gnus, Impalas, noch mehr Vögel,
vor allem im und am Wasser, Affen, Hippos, Flamingos, Büffel, Elefanten und
Giraffen. Die Zebras wälzten sich hier viel mehr im Dreck, als gestern und
sahen auch dementsprechend aus. Von dem großartig angepriesenen Hippo-Pool war
ich etwas enttäuscht, weil die Hippos ziemlich weit weg waren und einfach nur
wie große Steine im Wasser aussahen. Wenn man nicht wusste, was man sich gerade
anschaute, hätte man sie nicht unbedingt für Nilpferde gehalten. Zwischendurch
sind wir ausgestiegen, um die Hot Springs zu besichtigen und ich kann es nicht
anders beschreiben, es war sehr heißes Wasser, das aus irgendwelchen
unterirdischen Quellen wegen der unterschiedlichen Gesteine usw. fließt.
Danach
machten wir unsere Mittagspause und konnten von dort aus schon den riesigen
Lake Manyara sehen, der bevölkert war von tausenden von Flamingos, die leider
gerade dann in die andere Richtung vom See geflogen sind, als wir uns auf den
Steg begaben, um sie näher zu betrachten. Auf dem Rückweg konnten wir zwar
heute keine Baumlöwen finden, dafür haben wir aber gesehen, wie ein ägyptischer
Geier gerade ein Baby Impala in mundgerechte Stücke zerreißt, um sein Mahl zu
genießen. Den Abend haben wir ausklingen lassen, indem wir die Maasai-Läden
durchstöbert haben und im Lodge wieder gutes Essen und eine angenehme Dusche
genießen konnten. Natürlich regnete es aber wieder die ganze Nacht mit
Gewitter, damit ich bis um 5.30 Uhr wenigstens gut einschlafen konnte.
Ngorongoro
Crater - Safari Tag 3
Heute
mussten wir fast eine Stunde zum nächsten Nationalpark fahren, der Himmel war
nebel- und wolkenverhangen und man konnte fast nichts sehen, gute Aussichten,
dachte ich mir. Nachdem wir erst einmal mühsam den Weg hinauf auf den Berg
schlichen, ging es beim 2. Gate hinein in den Krater, der so groß ist, dass
ganz München einmal hinein passt.
Von oben sahen alle Tiere so klein aus, aber
als wir näher kamen, waren die Tiere so nah wie in keinem anderen Park bisher;
sie sind die Autos und die Touristen schon so gewohnt, dass man manchmal meinen
könnte sie werfen sich extra in Pose. Zuerst haben Gnus, Büffel und hunderte
von Zebras gesehen. Noch unbekannte Tiere waren verschiedene Gazellen-Arten,
Hyänen und Hippos aus der Nähe. Hier gab es dafür keine Giraffen und nur wenig
Elefanten, dafür aber umso mehr schillernde Vögel, Strauße, Perlhühner, Warzenschweine
und außerdem so viele erlebnisreiche Strecken, wenn wir zum Beispiel mit dem
Auto quer durch den Fluss gefahren sind.
Das Highlight heute war die Löwen-Suche:
Unser Guide entdeckte zuerst mit dem bloßen Auge 6 Löwen in mehr als 100 Metern
Luftlinie entfernt auf der Hügelkuppe liegen, die wir trotz Fernglas nicht
wirklich als Löwen durchgehen lassen wollten. Als wir dann schon wieder die
asphaltierte Straße hinaus aus dem Krater fuhren, wurde ich unsanft aus meinem
Tiefschlaf gerissen: „Da, ein Löwe!!!“
Tatsächlich saß direkt vor unseren Augen
eine Löwin in 5 Metern Entfernung, die eine richtige Show ablieferte, damit
auch jeder Safari-Tourist zufrieden sein konnte und sie dann getrost zu ihrem
Jungen zurück gehen konnte.
Hotelsuche:
Zurück
im Hotel, besser gesagt vor dem Hotel, erfuhren wir, dass kein Zimmer mehr für
uns frei ist und wir woanders untergebracht werden müssen, natürlich haben wir
alles im Voraus gebucht und waren dementsprechend verwirrt und wütend. Wir
wurden 50 Meter weiter zum nächsten Hotel gebracht, nur um zu erfahren, dass
auch das besetzt ist; dann setzten uns völlig fremde Leute in ein Taxi und
sagten wir sollen aussteigen, wenn der Fahrer es sagt. Ich kam mir vor wie im
falschen Film, vor allem als wir dann auf ein großes Tor zusteuerten, das in
einen Hinterhof wie in einer Kaserne führte und welches sich direkt hinter uns
schließt. Also gingen wir uns das besagte Hotel nach kurzen Momenten des
Schreckens einmal anschauen und stellten zum Glück fest, dass es ein Restaurant
hatte und wir nicht ohne Abendessen ins Bett müssen, weil wie schon erwähnt,
Arusha bei Nacht keine gute Idee ist.
Arusha-City-Tour
Mein
erster Eindruck von Arusha hatte mich nicht getäuscht: laut, dreckig,
unattraktiv. Hier gibt es fast nur Taxis oder Privatautos, nur wenige Daladalas
und so gut wie keine Bajajis, also ganz anders als in Dar. Am Straßenrand sahen
wir Jugendliche, die eine ganz weiße Bemalung im Gesicht hatten und uns wurde
erklärt, dass die Jungs entweder bald oder gerade ihre Beschneidung hatte und
nun für einen Monat so aussehen werden, um dann dem Stand der Krieger
anzugehören. Also wenn ich das alles richtig verstanden habe. Was mich aber
auch echt beeindruckt hat war die Landschaft, wie stark sie sich sogar
innerhalb von Arusha nach nur wenigen Kilometern verändert.
Wir besichtigten
den großen Markt, auf dem uns jeder sein Obst & Gemüse schmackhafter als
der Gegenüber machen wollte und auch hier fand man viele bettelnde Kinder oder
solche, die kleine Plastiktüten verkauften, um zu Geld zu kommen. Außerdem war
uns irgendwann der Geruch zuwider, Fisch und Fleisch werden hier ungekühlt
neben allen anderen Lebensmitteln ausgelegt und verbreiten so eine nicht ganz
angenehme Note.
Nachdem wir in einem Garten, den die deutschen Kolonialmächte
gebaut hatten, unser Obst genossen haben, machten wir uns auf den Weg in das
„Africafe“, ein Geheimtipp unter Europäern, da es fast nur von Weißen besucht
ist, weil das Essen und auch die heiße Schokolade und und und.. europäischen
Kochkünsten das Wasser reichen kann. eine willkommene Abwechslung!
Maasai
Boma & Snake Park
Die Fahrt im Daladala war wirklich
unangenehm: Wir saßen wie die Hühner auf der Stange entgegen der Fahrtrichtung,
also wie auf dem Präsentierteller, allen Blicken der Einheimischen ausgesetzt
und das haben sie uns auch deutlich zu spüren gegeben.
Als wir ausstiegen und einen Maasai
erblickten, mussten wir wieder umkehren und erst nach 2 Minuten zurück kehren,
weil er uns gesehen hat.
Am Maasai-Boma angelangt, fragte unser
Guide nach seiner Bekannten, die nicht aufzufinden war, also fragte er nach dem
Maasai Ältesten, ob wir das Boma besichtigen dürfen. Ein großer Maasai mit
unglaublich vielen Decken und Tüchern gekleidet, einem Stab in der Hand, großen
ausgedehnten Ohrlöchern und den für Maasai typischen Autoreifenschuhen, kam auf
uns zu und brachte uns zur Hütte seiner Frau und seiner Kinder.
In der „Hat“ war es ziemlich dunkel, das
ganze Haus bestand aus Holz und wurde abgedichtet mit Kuhmist, so dass es
aussah wie Lehm, allerdings sind wirklich nur winzige Fenster und zwar
allerhöchstens drei pro Hütte zu sehen. Im sogenannten Wohnzimmer nahmen wir
Platz und setzten uns auf den Stühlen bespannt aus Kuhhäuten, die es hier
überall gibt. Die Hütte ist unterteilt in Wohnzimmer, „Flur“, Schlafbereich der
Mutter und Schlafbereich der Kinder. Wir erhielten Einblicke in die Bräuche und
Sitten der Maasai und uns wurde der Maasai Schmuck der Tochter gezeigt und die
Gefäße, aus denen sie trinken, die man sich wie keltische Trinkhörner
vorstellen kann, den Namen habe ich aber grade vergessen…
Die
Maasai und ihre Rituale:
o Beschneidung: Im
Zuge der Beschneidung müssen 14-16 Jährige Jungs in einem extra Bereich
außerhalb der Boma für 4 Monate leben. Sie bekommen nur Fleisch zu essen und
dürfen keine Frauen sehen. Nach dieser Zeit haben sie auch einen anderen Namen und
es gibt ein riesiges Fest am Ende der Zeit.
o Männer und Frauen leben getrennt: Der Mann hat seine eigene
Hütte. Er kann sich jede Frau seines Bomas nehmen, wann immer er will
o Das Essen: Die Frau darf den Mann nicht beim Essen sehen,
geschweige denn sein Essen ansehen, da es sonst als unrein gilt
o Schlafplätze: Die Kinder schlafen lediglich auf Kuhhäuten
in einem Raum von höchstens 4 m2, die Mutter hat ein Bett für sich
und der Vater darf die Schlafplätze der Kinder nicht sehen, warum verstehe ich
nicht und wurde mir auch nicht erklärt.
o Der Maasai Älteste: Alle Frauen & Kinder hören auf
diesen Mann und müssen tun und lassen, was er sagt
o Geldgeschäfte: Geldgeschäfte werden im Geheimen abgewickelt
und vor allem Kinder sollen diese nicht sehen, trotz allem verlangen die Kinder
Geld für Fotos beispielsweise, was sie meiner Meinung nach ja irgendwo her
gelernt haben müssen
o Sexualität: Der Mann bestimmt, wann er Sex mit seiner Frau
möchte; diese darf ihn dabei nie berühren, ansonsten gibt es eine Bestrafung
von 60 Stockhieben und zudem nie selbst den Wunsch danach äußern; Bei den
Maasai ist es auch weniger ein Akt der Liebe, sondern dient lediglich der
Befriedigung der Lust vorwiegend des Mannes
Die
Kinder werden ab einem Alter von 3 Jahren losgeschickt, um Kühe, Ziegen, Schafe
& Esel zu tränken. Ansonsten leben die Tiere in einem eingezäunten Bereich,
der sie aufgrund der Büsche mit speziellen Stacheln, vor wilden Tieren schützen
soll. Der Maasai Mann ordnete seinen zwei ältesten Töchter an für uns
traditionelle Lieder zu singen, wobei die Älteste dabei todunglücklich aussah,
weshalb ich mich daran nicht wirklich erfreuen konnte. Sie haben im Wechsel
gesungen und hatten eine Art Kranz um den Hals an dem Glöckchen usw. befestigt
waren, mit denen sie durch irgendwelche Schulterbewegungen und Techniken den
Rhythmus und die Melodie vervollständigten. Irgendwie dachte ich freuen sich
die Maasai Kinder wenn jemand Fremdes kommt und irgendwie dachte ich stürmen
alle auf einen zu oder so irgendetwas in der Art zumindest. Stattdessen war
alles ziemlich gefühlskalt, sachlich und ernüchternd für mich, weil Geld hier
eben doch eine große Rolle spielt.

Das
Geld das wir bezahlt haben, wird genutzt um Essensvorräte zu kaufen, weil die
Maasai nicht wissen, wie man beispielsweise Mais anbaut. Aber anstatt immer nur
für eine kurze Zeit Geld zur Verfügung zu haben, mit dem sie sowieso nicht
wirklich haushalten können - so wie die meisten Leute hier -, wäre es aus
entwicklungstechnischer Sicht eher sinnvoll ihnen zu zeigen wie man Brunnen
baut und verschiedene Dinge anpflanzt und ihnen das Wie und Warum dahinter
erklärt.
Allerdings
ist es mir schon oft aufgefallen und so auch hier wieder, dass die Leute der
afrikanischen Gesellschaft Veränderungen, Verbesserungen oder Wissensvermittlung
nicht offen genug gegenüber stehen und das auch alles gar nicht annehmen
wollen. Bei vielen bleibt eine eingeschränkte Sichtweise, durch die
Entwicklungshilfe auch in Schulen usw. nur schwer Früchte tragen kann. Solche
Dinge stimmen mich dann oft traurig und nachdenklich, weil ich mit anderen
Vorsätzen hier her kam.
Zum
Abschied schenkten wir den zwei Ältesten Töchtern noch unsere Wassermelone,
über die sie sich scheinbar wirklich gefreut haben. J
Auf
dem Weg zu Schlangenfarm startete unser Guide eine heftige Diskussion über
Deutschland, unsere Sitten und natürlich Geld. Er wollte so vieles von uns
wissen, hat unsere Erklärungen aber gar nicht angenommen sondern stattdessen
behauptet wir würden lügen, wenn es beispielsweise darum ging, dass wir unseren
Aufenthalt hier selbst finanzieren und dafür im Voraus wirklich nicht wenig
Geld verdienen mussten. Stattdessen wollte er uns weismachen, dass uns der
Staat solche Aufenthalte finanziert, sobald wir 18 sind.
Ein
weiterer kritischer Punkt ist die Religion, da seiner Ansicht nach alle
Deutschen nicht an Gott glauben und ich diskutierte heftig mit ihm darüber,
dass auch Protestanten Christen sind und er leider nur die tansanische
Sichtweise auf die Kirche kennt und ich jetzt zumindest auch einen Einblick in
die tansanische Glaubensrichtung habe und deshalb Rückschlüsse ziehen kann. Als
er dann auch noch damit anfing, wir haben einen schlechteren Glauben und den
falschen so wie wir ihn leben, wurde mir das auch alles zu viel und wir wollten
nur noch bei der Snake Farm ankommen.
Noch
nicht einmal angekommen, startete er schon eine neue sehr verallgemeinernde
Diskussion über deutsche Ehen, die wir ihm beantworten müssen, weil wir
Deutsche sind. Für ihn ist die afrikanische Welt schon sehr fortschrittlich,
weil er auch nichts anderes kennt und er selbst sieht auch keine nötige
Verbesserung an irgendwelchen Punkten. Ihm ist nicht bewusst, dass viele Frauen
für die uns bekannten Verhältnisse so gut wie keine Rechte haben oder selbst
entscheiden dürfen wie sie gern leben wollen, weil es die tansanische „normale“
Rollenverteilung gibt, nach der sie leben. Dass für uns die Emanzipation auch
in Beziehungen ein wichtiger Faktor ist, war für ihn nicht nachvollziehbar und
unsere ganze Diskussion und Sichtweisen sah er auch nicht als gut an.
Über
den Snake Park verliere ich nicht wirklich viele Worte, weil es nichts
Besonderes war und sich sowohl der Weg, als auch der Eintritt nicht gelohnt hat
und wir uns die wirklich nervenaufreibende Diskussionen hätten sparen können.
Am
nächsten Tag besichtigten wir den Maasai Market und kauften nochmal richtig
ein, die Shops hier waren auch viel freundlicher, sauberer und nicht nur
vollgestopft so wie bei uns in Dar J Das lud geradezu zum Shoppen ein.
Weiterfahrt nach Moshi
In
aller Früh machten wir uns auf den Weg zum Bus, um dann zu erfahren, dass der
Bus, der uns gestern zugesichert wurde, nicht fährt. Unser Guide lässt sich von
allen möglichen neuen Afrikanern anlocken und hätten wir nicht lautstark
protestiert, wären wir von ihm in die größte Klapperkiste gesteckt worden, das
vom Fahrer als „luxury edition“ angepriesen wurde. Weil wir in die letzte Reihe
in einem ganz annehmbaren Bus verfrachtet wurden, konnte die Fahrt nur
schrecklich werden.

Durch die vielen Schlaglöcher und Erhöhungen auf den
Straßen bremsen die Busfahrer anfangs ab, um dann wieder Gas zu geben, sodass
die hinteren Reihen nur so von einem Schlagloch in das nächste hüpfen. Selbst
mit Sicherheitsgurt war mir nicht wirklich wohl auf dem Platz im Mittelgang J
In Moshi angekommen, gab es erstaunlich wenig Gedränge und im Hotel angekommen
verhandelten wir erst einmal den Zimmerpreis, da er für dieses Zimmer viel zu
hoch angesetzt war. Die Suche nach Cafés gestaltete sich schwieriger als
erwartet, weil die ganzen kleinen Shops auf den Reiseführer Plänen nicht
eingezeichnet sind, was vielleicht auch besser so ist. Da es auch keine
Straßennamen gibt und viele Cafés bereits nicht mehr so heißen wie angegeben,
fragten wir uns so gut es eben ging durch.
Coffee-Tour & Hot Springs
Ab
heute weiß ich jetzt, obwohl ich Kaffee ja nicht wirklich mag, wie das ganze
also bis nach Deutschland kommt. Und aus sicheren quellen habe ich erfahren,
dass er wohl sehr gut geschmeckt haben muss, also haben wir alles richtig
gemacht. Nein, ich konnte meine Abscheu nicht überwinden und meinen selbst
gemachten Kaffee probieren, ging einfach nicht :D
Vom
Anpflanzen, Pflücken, Waschen, Schälen, Trocknen, Sortieren, Rösten, Verpacken
und angeblich Genießen weiß ich jetzt alles. Die Maschinen sahen aus, als ob
sie aus der Zeit gerade kurz nach dem Krieg stammen und der Mörser war fast so
groß wie ich, aber es hat wirklich Spaß gemacht und auch die Leute waren
richtig nett dort. Am Ende gab es sogar noch ein Mittagessen und wir gönnten
uns abends nochmal eine Pizza.
Am
nächsten Tag kamen wir nach einer schrecklich holprigen Fahrt bei den Hot
Springs an, die alles andere als „heiß“ waren. Es sah sehr mystisch aus, total
klares Wasser, alles versteckt von dichten Bäumen und sogar die Steine am Grund
konnte man sehen. Lauter kleine Fische knabberten an uns herum und unsere
Bilder wurden leider lang nicht so cool, wie wir sie uns vorgestellt hatten.
Sogar mit einer Liane konnten wir ins Wasser schwingen und fuhren dann vom
Hunger geplagt wieder zurück ins Café. Sogar einen Cheesecake mit Beeren habe
ich mir zum Nachtisch gegönnt, diese Reisezeit habe ich einfach als Urlaub
angesehen. Leider konnten wir bisher immer noch keinen Kaffee kaufen und so
suchten wir ein drittes Kaffee auf und hatten schließlich Glück.
Die Reise zurück - diesmal allein
Um
5.20 Uhr klingelte mein Wecker, eine wirklich unchristliche Zeit, aber ich
wollte einfach sichergehen, dass alles klappt mit dem Bus, wenn ich schon
alleine unterwegs sein werde. Nach meinem kurzen Frühstück im Dunkeln und der
Taxifahrt saß ich alleine an der Busstation und kein Mensch war weit und breit
zu sehen.
Nach einer halben Stunde füllte sich die Station nach und nach und
nach einer Stunde Verspätung traf dann auch endlich der Bus ein. Ich habe mich
ja sogar schon auf 10 Stunden Busfahrt gefreut, weil ich dann wieder eine
vertrautere Umgebung um mich hatte und keinen Reisestress mehr.
Vorerst
habe ich genug erzählt, meine Sansibar Reise folgt in Kürze!!!
Liebe
Grüße nach Hause ♥